„Deutsche Sprache, schwere Sprache“, behaupten viele. Doch dass Deutsch schwer ist, ist ein Mythos. Wie schwer Deutsch tatsächlich ist, hängt von Motivation, Fleiß und Talent der Lernenden ab und natürlich von den Lehrern und den Lehrmethoden. Zu den Hürden der deutschen Sprache gehören Wörter, die sich in ihrer Schreibweise oder Aussprache ähneln, obwohl ihre Bedeutung ganz unterschiedlich ist. Doch das ist im Russischen oder Chinesischen nicht anders.

Die vielen ähnlichen Wörter zeigen, wie wichtig die richtige Schreibweise und die richtige Betonung (Phonetik) sind. Was vielen Ausländern (aber zum Beispiel auch vielen Sachsen) schwer fällt, ist die Unterscheidung zwischen harten und weichen Lauten (P und B, T und D, K und G, S und Z). Hinzu kommen für einige Nicht-Deutsche Schwierigkeiten mit einfachen Konsonanten (a, o, u) und doppelten Konsonanten (ei, ie, au, ou, eu, ui, ee, äu, oa) sowie r und l.

Durch andere Sprachgewohnheiten haben Menschen aus bestimmten Ländern spezifische Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Zum Beispiel können Japaner „r“ und „l“ schwer unterscheiden, Russen und Franzosen kennen kein „h“ und Araber verwechseln gerne „o“ und „u“. Bei Russen kann es Schwierigkeiten bei der phonetischen Unterscheidung von „a“ und „o“ geben sowie bei kurzen und langen Vokalen geben. Hinzu kommt, dass etliche asiatische Sprachen melodischer sind als die deutsche Sprache, weswegen entsprechende Muttersprachler dazu neigen, in deutsche Wörter zusätzliche Vokale einzufügen, wo sich viele Konsonanten aneinanderreihen.

Schwierigkeiten bereitet auch die Groß- und Kleinschreibung. Das gilt allerdings auch für viele Deutsche. Dabei sind die Regeln relativ einfach und klar: Substantive, Namen und Eigennamen, Höflichkeitsformen und Substantivierungen werden groß geschrieben.

Es folgt eine Liste ähnlicher Wörter. Die Wörter sind alphabetisch geordnet. Die lange Liste an ähnlichen Wörtern zeigt, warum Groß- und Kleinschreibung, die Unterscheidung von einfachen und doppelten Konsonanten, das richtige Verstehen der Vokale, das Schreiben von Umlauten und die Kenntnis der richtigen Betonung (Phonetik) so wichtig sind. Manchmal hilft allerdings auch das nicht. Dann bleibt nichts anderes übrig, als Wörter und ihre Bedeutungen auswendig zu lernen.

Aal – All
Aas – aß

abhacken (mit Messer, Akt oder Beil abtrennen) – abhaken (eine Aufgabe/ein Vorhaben als erledigt markieren)
babbeln – Pappeln
Bäche (kleine Flüsse) – Bache (weibliches Wildschwein)
backe – Backe
Backe (Teil des Gesichts) – Bake (Seezeichen für Schiffe)
backen – packen
Bad (Waschraum) – bat (Präteritum von bitten)
Beeren (kleine Früchte) – Bären (ein Säugetier)
Beet – Bett
Beet (ein kleines Feld im Garten) – Bete (ein Gemüse)
begleiten (assistieren) – bekleiden (sich anziehen)
beten – (sich) betten
bieten – bitten
bis – Biss
Blatt – platt
Blei – Brei
Boden – Bodden (flache, unregelmäßig geformte Bucht mit einer schmalen Öffnung zum Meer)
Bote – Boote

Boten (Überbringer einer Nachricht) – Botten (Stiefel, große, klobige Schuhe)
Brei (Püree) – Brie (ein französischer Käse)

Brise (leichter Wind) – Prise (kleine Menge zum Beispiel Salz)
Bug (Front eines Schiffes) – buk (Vergangenheit von backen)
Burger – Bürger
Code – Kot (Betonung gleich, Schreibung unterschiedlich)
Dach – doch
Dan (Meistergrad beim Kampfsport Judo) – dann
das – dass
Deich (Wall, ein Bauwerk für den Hochwasserschutz) – Teich (kleiner See)
Dorf – Torf
Dose (kleiner Metallbehälter) – Dosse (Name eines Flusses in Brandenburg)
Dosen – tosen
Dreck – Treck
Dusel (unerwartetes Glück in einer Bedrohungslage) – Dussel (Dummkopf)

erfühlen (erspüren, ertasten) – erfüllen (den Plan erfüllen)
ernst – Ernst (männlicher Vorname)
fahl – Fall – Pfahl
fallen (stürzen, hinfallen, hinunterfallen) – fällen (einen Baum fällen/umhacken/absägen)
fast – fasst
Fell – Fehl (ohne Fehl und Tadel = ohne Fehler und Beschwerden)

fehlen – fällen (einen Baum fällen)
fehlt – Feld
Feile – Pfeile
fest – Fest (Feier)
Fiber (Faser, ein Material) – Fieber (Hitze, wenn man krank ist)
Flug – Pflug
fort – Fort (Befestigungsanlage, Burg aus Holz)
fühlen (spüren, körperlich wahrnehmen) – füllen (hineingeben)
Frucht (Obst) – Furcht (Angst)
galt (Präteritum von „gelten“) – kalt
Gans – ganz
Gase – Gasse (kleine Straße)
Gericht – Gerücht
Gelb – Geld
geradeaus (nicht rechts, nicht links, sondern geradeaus) – gerade aus (gerade verbraucht, gerade abgeschaltet)
gern – Kern

Gewebe (Textil) – Gewerbe (Business)
gießen (Blumen Wasser geben) – Gießen (der Name einer deutscher Stadt)
Gose – Gosse
Glas – Gras
Gras – krass
Greis – Kreis
Gros – groß
Gruppe – Grube
Gurt – Kurt (männlicher Name)
Guss – Kuss
Hacken (hacken) – Haken

halten – hallten (Vergangenheit von hallen)
Handel – Hantel
heißen – heizen
hexen – häkseln
Hund – Hunt
Iren – ihren
ist – isst

kapieren (tatsächlich verstehen) – kopieren (nachahmen, duplizieren)
kenn, kann, Kinn
kennen – können
Klamm (ein tiefes Tal mit Steilhängen) – klamm (knapp bei Kasse sein, wenig Geld haben)

kleiden (sich anziehen) – gleiten (leicht dahinfahren)
kochen – Kuchen
Kuchen – Küchen
Laib – Leib
Last – lasst
las – Los
lauf – Lauf
Laut – Lauf (Gefahr, die letzten Buchstaben „t“ und „f“ zu verwechseln!)
läute – Leute
Leib – Leid
Leichen – laichen
Leid – Lied
Leere – Lehre
leeren – lehren

Lehm – Lem (Stanislav Lem, polnischer Schriftsteller)
leiden – leiten
leider – Leiter
leiten – teilen (Achtung: Das kleine „l“ und das kleine „t“ sehen für Nichtmuttersprachler ähnlich aus. Beim Lesen können sie die Buchstaben vertauschen und schon ändert sich auch die Bedeutung. )
Lerche (ein Vogel) – Lärche (ein Nadelbaum)
Licht – licht
Lichtung – Richtung
Lid – Lied
List – liest
Lösung (Ausweg für ein Problem) – Losung (Parole, Slogan)
lösen (ein Problem oder eine Aufgabe) – losen (in einer Lotterie den Gewinner finden)
Luchs (ein Raubtier) – Lux (physikalische Einheit für die Lichtstärke)
Lüge – Lücke
Mahd – matt
Mal – Mahl
Mandel – Mantel
man – Mann
Marke (bekannter Produktname) – Marge (Gewinnspanne)
Masse – Maße
Mate – Matte
Matte – Mathe (Mathematik)
Mieder – Mieter
Miete – Mitte
Mist – misst
Model – Modell
Mus – muss
na (hey, hallo) – nah (nicht fern)

Nachbar (Bewohner von nebenan) – Nachtbar (Vergnügungsbetrieb)
Nachname (Familienname) – Nachnahme (Eine Zahlungsbedingung: Der Empfänger bezahlt bei Erhalt der Waren direkt an den Lieferanten.)
Nähe – nähe
naht – Naht
Nase – nass
Nasse (Geldverluste) – Nase (Körperteil, Sinnesorgan)
Nasse (Geldverluste) – Nässe (hohe Feuchtigkeit, viel Wasser in der Natur oder auf der Straße)
Ofen – offen
Öle – Ole (Männername)
paar – Paar
Phase – Fase – Vase

Pilz (Gewächs) – Pils (eine Biersorte)
Poster – Pastor (Kirchenmann)
Pute (ein Vogel) – Bude (umgangssprachlich für Wohnung oder Zimmer aber auch altes Haus)
Pute – Putte (besonders im Barock und Rokoko populäre Kindsfigur)
Rachen – Rauchen
Rad – Rat
Ränge – Ränke
Rasen – rasen
Rasen – Rassen

rechen (Laub zusammenkratzen) – rächen (sich böse revanchieren)
Rede (Ansprache, Vortrag) – Reede (Ankerplatz vor dem Hafen)
reichen (geben) – riechen (mit der Nase wahrnehmen)
reif – Reif
reifen – Reifen
reisen/Reisen – reißen
Reis – Reiz
Reise – Riese
Riese – Risse
Robe – Robbe
Rute – Route
Sack – sag
Sage – Säge
Sägen – Segen
Saum – Zaum
Schaden – Schatten
Schal – Schall
Schal (Kleidungsstück für den Hals) – schal (abgestanden, schlecht: zum Beispiel schales Bier, schaler Witz)
Schaf – scharf
Schere (Werkzeug zum Schneiden) – Schäre (kleine Felseninsel aus der Eiszeit)
Schlaf (schlaf) – schlaff
schloss – Schloss
schoss – Schoß
Schranke – Schränke

Schuppen (1. Holzhaus für landwirtschaftliche Güter, 2. Hautplättchen) – schuppen (1. schubsen, 2. Hautschuppen bilden)

schuppen – schrubben (intensiv putzen/reinigen)
Sechs (eine Zahl) – Sex
Seen (Gewässer, Plural von See) – sehen
seicht (zum Beispiel: seichtes Wasser = niedriges Wasser) – siecht (jemand leidet, ist todsterbenskrank)
Seide (ein Gewebe) – Saite (Teil eines Musikinstruments) – Seite (Teil des Buches)
Seil – Siel (Teil eines Deiches am Meer)
seit – seid – Zeit
Selen (chemisches Element) – Seelen (Plural von Seele)
Siege (siege) – Ziege
Sie – sieh (Imperativ von sehen)
sieben – Sieben
siezen – sitzen
singen – sinken
Schlüssel – Schüssel
Socken – zocken
Sog – zog
Sole (Salzlösung) – Sohle (Teil eines Schuhs)
Soll – Zoll
sollen – zollen
sollen – Sohlen
spanen – spannen

sparte (Vergangenheit von sparen) – Sparte (Kleingarten-Sparte, bestimmter Themenbereich)
Speiche (Teil am Rad des Fahrrads) – Speicher (Haus für Vorräte) – Speichel (Spucke, Flüssigkeit im Mund)
Sport – Spott
spuken (als Gespenst andere Menschen erschrecken) – spucken (Speichel aus dem Mund schleudern)
Staaten – starten
Staat – Stadt
Stadt – statt
Stahl – Stall
stak – stark
Star – starr
Stil – Stiel – still
Stile (Kunstrichtungen) – Stille (Ruhe)
strafen (ahnden, sanktionieren) – straffen (ein Seil oder ein Kleidungsstück langziehen)
Stubbe – Stube
Ton – Tom (Männername)
Tor (Portal, große Tür) – Thor (Dummkopf)
umgezogen (jemand wohnt nun in B statt in A) – ungezogen (unhöflich, frech, böse)
Verbote (Dinge, die nicht erlaubt sind.) – Vorbote (etwas oder jemand, was/der etwas Kommendes ankündigt)
die Verben – das Werben (für etwas Werbung machen)
Verkehr – verkehrt
vage – Waage
Waagen – Wagen
Waffe (Instrument zum Töten) – Waffel (Feingebäck)
wagen – Wagen
Wahn – wann
wahr – war
Waise – Weise
Wal – Wahl
Wal – Wall
warte – Warte
weg – Weg
Weide – Weite
Wein – Wien
Weise – Wiese
wen – wenn
wenn – wann
werde – Werte
Werk (Fabrik, Produkt schöpferischer Arbeit) – Werg (Abdichtungs- und Polstermaterial)
Würde – würde (Konjunktiv 2 von „werden“)
zählt – Zelt
zeigen – Ziegen
Zuname (Nachname, Familienname) – Zunahme (zunehmen)