Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Jeder Mensch spricht anders. Junge Menschen sprechen anders als alte Menschen. Menschen in Berlin (Berlinerisch) sprechen anders als in Dresden (Sächsisch), Hamburg (Hamburgisch), Köln (Kölsch) oder München (Bayerisch). Zum Beispiel das Wort klein: In Hannover (Niedersachsen), wo die Menschen Hochdeutsch sprechen, sagt man „klein“, in Dresden „kleen“, in Hamburg „lütt“, in Köln „petitt“ und in München „kloa“. Es gibt zahlreiche Dialekte. Auch der Bildungsstand beeinflusst Sprache und Sprachniveau. Das Alltagsdeutsch kann sehr schnell und verwaschen klingen. Obwohl Hochdeutsch Wörter klar voneinander trennt und alle Wortteile deutlich artikuliert, nuscheln viele Menschen, sprechen undeutlich und verschlucken Silben (vor allem am Wortende). Zum Beispiel kann das „er“ am Wortende von „Alter“ wie „a“ klingen und das „i“ in „wirklich“ wie „ü“.

Zur Aussprache der Muttersprachler kommt, dass gerade Sprachanfängern viele Vokabeln fehlen. Was können sie tun, um besser zu verstehen? Zuerst sollten Sprachneulinge viel Deutsch hören: auf der Straße, im Büro, im Klassenraum, im Radio, im Fernsehen. Dabei kommt erst einmal nur darauf an, sich an den Klang zu gewöhnen. Danach geht es darum, die Wörter herauszuhören, die sehr häufig vorkommen. Diese Wörter sollten die ersten Wörter sein, die man lernt. Sinnvoll ist es, die Wörter zu lernen, die man oft braucht und die man oft hört.


Wer die richtige Wörter versteht, kann zumindest erfahren, um welches Thema es bereits geht. Es ist also sinnvoll, sich beim Zuhören auf „Ankerwörter“ zu spezialisieren.