Verben können im Aktiv oder im Passiv stehen. Wie ist das zu verstehen? Für Menschen/Personen gilt: Wer etwas tut, der ist aktiv. Mit wem etwas geschieht, der ist passiv. Für Sachen/Dinge gilt: Was etwas bewirkt, das ist aktiv. Womit etwas geschieht, das ist passiv. Je nachdem, aus welcher Perspektive man eine Handlung oder ein Ereignis betrachtet, steht der entsprechende Satz im Aktiv oder im Passiv.

Beispiele:
Lisa schreibt einen Brief. (Aktiv)
Der Brief wird von Lisa geschrieben. (Passiv)

Er küsste sie auf die Wangen. (Aktiv)
Sie wurde von ihm auf die Wangen geküsst. (Passiv)

Die Beispiele zeigen: Um das Passiv zu bilden, wird eine Form des Verbs „werden“ plus Vollverb im Partizip II benötigt“. In dem Fall handelt es sich um das so genannte Vorgangspassiv (die Handlung wird betont).

Das Passiv kann man auch mit einer Form von „sein“ plus Partizip II des Vollverbs bilden. In dem Fall spricht man vom Zustandspassiv (der Zustand nach einer Handlung steht im Mittelpunkt).

Es gibt allerdings auch einige andere Möglichkeiten, das Passiv zu bilden: unpersönliche Reflexivkonstruktionen (Beispiel: Als sie sich dem Hotel nährten, öffneten sich die Türen automatisch.), sich lassen + Infinitiv (Beispiel: Die Farbe lässt sich ändern.), sein + zu + Infinitiv (Beispiel: Die Wohnung ist täglich zu lüften.), es gibt + zu + Infinitiv (Das Ergebnis bleibt abzuwarten.).

Achtung! Es ist klug, sparsam mit dem Passiv umzugehen. Erstens klingen Aktivsätze oft besser als Passivsätze und zweitens können selbst viele Muttersprachler das Passiv nicht sicher verwenden.