Die Europäische Union hat drei Sprachniveaus mit jeweils zwei Unterniveaus festgelegt (Europäischer Referenzrahmen). A ist das Einsteiger-Niveau, B das Fortgeschrittenen-Niveau und C das Experten-Niveau. C gilt als das Niveau der Muttersprachler. Tatsächlich aber entspricht das Sprachniveau der Durchschnittsdeutschen eher Level B. C1 ist Hochschulniveau, C2 Professoren-Niveau. A1 ist der Einstieg in die Sprache mit einfachen Sätzen. A2 bedeutet, schon etwas mehr sagen zu können, aber zu konkreten, vorbereiteten Themen. B1 entspricht guten Sprachkenntnissen, B2 einem guten Sprachfluss, C1 einem fließenden bis verhandlungssicheren Sprachniveau und C2 dem Niveau von überdurchschnittlich gut ausgebildeten Muttersprachlern.

Doch die Praxis zeigt, dass erworbene Zertifikate teilweise nicht der Realität entsprechen. Das liegt oft daran, dass Sprachfremde bei jeder Sprachfertigkeit (Lesen-Verstehen, Hören-Verstehen, Schreiben, Sprechen) ein anderes Niveau haben. Wer die entscheidenden Vokabeln nicht kennt oder Signalwörter nicht sicher herausfiltern kann, der hat große Probleme beim Verstehen. Wer allgemein wenig liest, vielleicht auch schon in seiner Muttersprache, der hat mehr Schwierigkeiten. Beim Sprechen und Verstehen zeigt sich deutlich, wer nicht nur in der Schule, sondern auch in seiner Freizeit mit Muttersprachlern verkehrt und wer Zuhause nur in der eigenen Sprache spricht.

Auswirkungen auf die Sprachbeherrschung hat auch die Kenntnis anderer Sprachen, die mit dem Deutschen verwandt sind (zum Beispiel Englisch). Zwar gibt es bei Englisch und Deutsch oft Verwechslungen bei Schreibweisen, beim Sprechen und Verstehen ist die Sprachverwandtschaft jedoch hilfreich.