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Eine Hürde in der deutschen Sprache sind die scheinbar unendlich vielen, zusammengesetzten Substantive. Deutsche können aus einzelnen Substantive regelrechte Wortschlangen bilden.

Es ist geradezu eine typische Eigenschaft der deutschen Sprache, Nomen (Substantive, Adjektive, Pronomen) zusammenzusetzen und so neue Wörter zu bilden. Gefürchtete Meister der Wortzusammensetzung sind Beamte, Juristen und Politiker. Sie erfanden tatsächlich das folgende Wort: Rindfleisch-Etikettierungsüberwachungsaufgaben-Übertragungsgesetz.

Eines der besonderen Kennzeichen des Deutschen ist die Möglichkeit, Substantive zusammenzusetzen, die dann eine neue Bedeutung erhalten: Ein Stuhl ist ein Stuhl und ein Bein ist ein Bein. Setzt man beide Wörter zusammen, so entsteht ein neues Wort mit einer ebenfalls neuen Bedeutung: Das Stuhlbein. Mit diesem neuen Wort aus zwei zusammengesetzten Substantiven lässt sich natürlich wieder ein zusammengesetzes Hauptwort bilden: Zum Beispiel der Stuhlbeinhersteller. Der Stuhlbeinhersteller sitzt übrigens Tag für Tag an seinem Stuhlbeinhersteller-Schreibtisch, auf dem eine speziell angefertigte Stuhlbeinhersteller-Schreibtischauflage liegt, deren hübsche Gestaltung von einem Stuhlbeinhersteller-Schreibtischauflagen-Designer erdacht wurde.

Theoretisch kann man das Zusammensetzen von deutschen Wörtern endlos fortsetzen. Hauptsache die logischen Bezüge stimmen. Um zu verstehen, was das zusammengesetzte Wort bedeutet, muss man das Wort in seine Teilwörter zerlegen und dann mit dem letzten Teilwort anfangen und vom Ende zum Anfang Wort für Wort hinzufügen. Denn das letzte Wort bestimmt den Sinnzusammenhang und damit auch den Artikel. Die längsten Wörter, die im deutschen Standardwerk Duden stehen, heißen Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Damit lange Wörter besser zu verstehen sind, erlaubt der Duden, sie mit Bindestrichen zu schreiben.